Wer die nachfolgenden Zeilen ließt, sollte nicht erschrecken. Der von mir beschriebene Aufwand ist nicht unbedingt erforderlich.
Ich kenne viele Orchideenfreunde, die tatsächlich große Erfolge mit ihrer Fensterbankkultur vorweisen können!!! Ich bin auch mit einer Fensterbankkultur angefangen. Heute kommen die Pflanzen bei mir nur ins Fenster, wenn sie blühen.
Ich betreibe ein Anlehnhaus mit einem Süd-Ost und einem Süd-West Fenster. Die Fenster und das Dach sind mit Doppelstegplatten versehen. Im Sommer wird das Haus durch belaubte Bäume zeitweise beschattet. Bei +21° C öffnet sich zwei Lüftungsklappen im Dach. Ab +20 Grad C wird aus der Schattenseite des Hauses Frischluft zugeführt. Tag und Nacht wird alle Stunde für 15 Minuten mit einem Schwenkventilator die Luft umgewälzt. Die relative Luftfeuchtigkeit schwankt je nach Innentemperatur von 40% bis 95%. In 80% der Zeit liegt die Luftfeuchtigkeit aber bei 80%. Die Heizung ist an eine moderne Zentralheizung angeschlossen. Die Temperaturregelung erfolgt mittels Heizungsthermostat.
In der Orchideenpflege werden die Temperaturbereiche für Orchideen in Kalthaus, Temperiert-Haus und Warmhaus eingeteilt. Nach einer Temperaturempfehlung aus dem Buch "Die Orchideen" von Schlechter, habe ich mich für ein Temperiert-Haus entschieden. Hier nun die Tabelle aus dem oben genanntem Buch.
Jan.
Feb.
März
Apr.
Mai
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Okt.
Nov.
Dez.
Tag
12 - 15
14 - 16
15 - 17
16 - 18
16 - 18
16 - 18
16 - 18
15 - 17
15 - 17
14 - 16
14 - 16
12 - 15
Nacht
10 - 12
12 - 14
13 - 15
14 - 16
14 - 16
15 - 16
14 - 16
13 - 15
13 - 15
12 - 14
12 - 14
10 - 12
Temperaturen aus "Die Orchideen" von Schlechter
Angaben in Grad Celsius
Die Tagestemperaturen können bei mir allerdings nur eingehalten werden, wenn keine Sonne scheint und die Außentemperatur unter 20 Grad C liegt. Bei Sonnenschein steigt die Temperatur durchaus mal auf 36 Grad C an.
Mit einer selbst gebauten Nebelanlage kann ich automatisch an gewünschten Tagen bzw. Zeiten Nebel erzeugen. Unabhängig davon habe ich auch die Möglichkeit, bei längerer Abwesenheit (Urlaubsreise), längere Regengüsse zu simulieren. Als Wasser kommt Wasser aus einem Ionenaustauscher zum Einsatz. Dieses Wasser wird von mir auf 130 bis 150 Mikrosiemens mit Blumendünger ( 8N 8P 6K ) aufgedüngt. Ansonsten dünge ich sehr selten.
Meine Orchideensammlung besteht aus ca. 70 Pflanzen.
Ich warne davor, etwas tiefer in dieses Hobby einzutauchen! Man kommt nie wieder davon los.
Gefestigt wird das Ganze auch dadurch, dass ich mich einer Landesgruppe der Deutschen Orchideengesellschaft angeschlossen habe. Hiervon gibt es in Deutschland viele über Deutschland verteilt. Man trifft sich regelmäßig. Ich gehöre z. B. der Landesgruppe Hamburg an. Z. Zt. bin hier für die Finanzen zuständig. Wir treffen uns 1 mal im Monat, in der Regel jeden den zweiten Sonnabend im Monat. Es werden mitgebrachte Pflanzen besprochen und es erfolgt ein reger Erfahrungsaustausch. Außerdem werden auch immer interessante Vorträge gehalten.
Das Schöne bei diesen Treffen ist, alle frönen dem gleichen Hobby.
Mehr über die Deutsche Orchideengesellschaft e. V. und wo die Landesgruppen beheimatet sind, kann man unter: http://www.orchidee.de erfahren.